23.03.2009 - Große Wachstumspotentiale bei der betrieblichen Altersvorsorge

Die betriebliche Altersvorsorge wird in den kommenden Jahren für Arbeitgeber und Arbeitnehmer weiter stark an Bedeutung zulegen.


Berlin, 23. März 2009 – 80 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass die personalpolitische Relevanz der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) zukünftig weiter an Bedeutung zunehmen wird. Das ergab eine von J.P. Morgan As-set Management in Auftrag gegebenen Befragung von 141 Führungskräften deutscher Unternehmen. Neben der noch unterdurchschnittlichen Wertschätzung des betrieblichen Vorsorgeweges bei Arbeitnehmern sehen 58 Prozent der Befragten große Potentiale für die bAV durch ihre zunehmende Einbindung in Gehaltpakete für Mitarbeiter. Dabei wird die bAV gezielt als Instrument zur Bindung qualifizierter Mitarbeiter (bei 61 Prozent der Befragten) sowie zur Gewinnung neuer Talente eingesetzt (sagen 49 Prozent der Befragten).

„Trotz des gestiegenen Bewusstseins der Mitarbeiter für die Notwendigkeit eigener Altersvorsorgeaktivitäten besteht weiterhin erheblicher Bedarf zur Motivation der Mitarbeiter zu mehr Eigeninitiative und Eigenverantwortung“, so Dr. Bettina Nürk, Leiterin bAV bei J.P. Morgan Asset Management. Peter Hadasch, Vorsitzender des VFPK, unterstreicht dies: „Die Arbeitnehmer müssen vor dem Hintergrund der sinkenden Realleistungen der gesetzlichen Rentenversicherung und der Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters noch stärker zur Wahrnehmung der betrieblichen Altersvorsorgeangebote motiviert werden. Dabei kommt dem Staat die wichtige Aufgabe zu, attraktive Rahmenbedingungen für die bAV zu schaffen. Beispielsweise durch eine Steuergesetzgebung, die weitere Anreize zur betrieblichen Altersvorsorge schafft, kann hier die Motivation der Arbeitnehmer positiv beeinflusst werden. Ein erster Schritt wäre die Abschaffung der Doppelbelastung von Rentenempfängern, die sowohl für ihre Rentenbeiträge in der Einzahlungsphase als auch für die ausgezahlten Rentenleistungen Sozialversicherungsbeiträge abführen müssen. Dies ist beispielsweise bei Riester-Verträgen der Fall, die über Pensionskassen durchgeführt werden. Denkbar ist zudem eine Erhöhung des Freibetrags für die sozialabgabenfreie Bruttoentgeltumwandlung. Eine einseitige steuerliche Begünstigung, wie sie beispielsweise durch das so genannte Wohn-Riester besteht, ist wenig Ziel führend.“

Darüber hinaus unterstreicht die J.P. Morgan-Studie, wie bedeutend die Nachvollziehbarkeit der Leistungserbringung der Versorgungswerke bei Arbeitnehmern ist. Aus Sicht der Mitarbeiter hat die Transparenz des Durchführungswegs eine besonders großen Stellenwert. „Gerade das Modell der regulierten Pensionskassen ist hier aufgrund seiner Konstruktion als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit Vorreiter, denn es bindet Arbeitnehmer und Arbeitgeber aktiv in die Arbeit der Kassen mit ein“, erklärt Hadasch. „Die Versicherten besetzten zu mindestens 50 Prozent die obersten Organe der Kassen - das führt zur vollständigen Transparenz und Kontrolle sowie zu einer hohen Akzeptanz und Wertschätzung der Pensionskassen bei ihren Trägerunternehmen, Versicherten und Leitungsempfängern.“

Für die aktuelle Studie „Trends in der betrieblichen Altersversorgung und im Bereich Zeitwertkonten“ hat J.P. Morgan Asset Management zusammen mit dem Marktforschungsinstitut Creative Analytic 3000 141 deutschen Unternehmen ab 3.500 Mitarbeitern befragt. Die Stichprobe entspricht 21 Prozent aller in der Hoppenstedt-Datenbank aufgeführten in Deutschland vertretenden Unternehmen dieser Größe.