10.09.2010 - Deutscher Alterssurvey: Zu viele verlassen sich auf den Staat

Der Deutsche Alterssurvey ist eine seit 1996 durchgeführte, bundesweit repräsentative Befragung. Sie wird vom Bundesfamilienministerium gefördert und gibt einen Überblick über die Lebenssituationen und Lebensplanungen von Menschen in der zweiten Lebenshälfte (40 Jahre und älter). Kapitel II des aktuellen Surveys befasst sich mit der materiellen Sicherung älterer Menschen, bei der die Altersvorsorge eine zentrale Rolle spielt. Das Ergebnis lässt sich nur schwer in einem Gesamtfazit zusammenfassen. Zu sehr diversifizieren sich die einzelnen Bevölkerungsgruppen.

Die jüngste der befragten Bevölkerungsgruppen ist zugleich die am stärksten von finanzieller Unterversorgung betroffene, die der heute 40- bis 54-jährigen. Diese Generation der Babyboomer, also der Geburtsjahrgänge zwischen Mitte der 1950er und 1960er Jahre ist im Vergleich zu früheren Generationen häufiger mit instabilen Erwerbsverhältnissen und Phasen der Arbeitslosigkeit konfrontiert. Mit Konsequenzen für die Altersvorsorge. Denn Fehlzeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung verstärken den Effekt, der durch den demographischen Wandel der Gesellschaft bewirkt wird: Die Bezüge aus der gesetzlichen Altersvorsorge werden künftig geringer ausfallen.

Umso wichtiger wird die private Vorsorge. Auch hier ist das Bild gemischt, Einkommen und Bildung sind die entscheidenden Faktoren. Denn höher Gebildete erzielen höhere Einkommen, investieren höhere Beträge in die private Altersvorsorge und erwarten höhere Vermögenszuwächse durch Erbschaft. Personen mit niedrigerem Bildungs- und Einkommensniveau verfügen über geringere Ansprüche aus der gesetzlichen Rente und über geringeres Privatvermögen. Gerade dieser Personenkreis, der künftig am stärksten auf eine private Altersvorsorge angewiesen sein wird, nutzt die stattlichen Unterstützungen zur privaten Altersvorsorge, wie beispielsweise die Riesterrente, am wenigsten.
Kein Wunder, dass die Sorge um den Lebensstandard im Alter steigt. Für viele liegt die Lösung beim Staat. Denn fast die Hälfte der befragten Personen äußert die Meinung, Alterssicherung sei in erster Linie eine Aufgabe des Staates, nur jede dritte Person hebt die Eigenverantwortlichkeit hervor. Zwar hängt dieser Wert stark von der finanziellen Lage der Befragten ab. Dennoch verdeutlicht diese Zahl, dass sich noch zu viele Menschen auf Vater Staat verlassen und noch kein Verständnis dafür entwickelt haben, was die gesetzliche Rente leisten kann: Eine Existenzsicherung, die keinesfalls ausreichen wird, den gegenwärtigen Lebensstandard auch im Alter aufrecht zu erhalten.

Der Alterssurvey Deutschland steht auf der Seite des Bundeministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zum Download bereit.