14.08.2012 - Betriebsrenten sind auch bei niedrigen Zinsen sicher

Berlin, 10.08.2012: Betriebsrenten sind für Arbeitnehmer die sicherste Form der Altersvorsorge. Darauf weist der Verband der Firmenpensionskassen (VFPK) hin. Anlass ist die öffentliche Diskussion um die Sicherheit von Betriebsrenten, die Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen mit seiner Äußerung auslöste, die niedrigen Zinsen würden viele Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge vor ernste Schwierigkeiten stellen. Dazu VFPK Vorstand Peter Hadasch: „Sämtliche Kapitalanleger, Pensionskassen wie Privatanleger, leiden unter den niedrigen Zinsen. Aber Betriebsrenten sind langfristige Vorsorge und mehrfach abgesichert. Das macht sie auch in der jetzigen Niedrigzinsphase sicher.“

Firmenpensionskassen haben einen extrem langen Verpflichtungs- und Anlagehorizont und handeln unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen. Die Langfristigkeit der Verpflichtungen wirkt risikomindernd, da die EbAV eine langfristige und risikoaverse Anlagestrategie durchhalten und damit kurzfristige Marktschwankungen puffern können.

Darüber hinaus sind Pensionskassen durch ein dreifaches Netz abgesichert. Soweit die betriebliche Altersversorgung über eine Pensionskasse zugesagt wird, sorgt zunächst die Pensionskasse selbst dafür, dass die versprochene Leistung tatsächlich beim Arbeitnehmer ankommt. Sie unterliegt der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Diese Sicherung hat sich in der Vergangenheit auch in Krisenzeiten bewährt. Sollte sie einmal nicht ausreichen, besteht mit der im Betriebsrentengesetz geregelten Einstandspflicht des Arbeitgebers eine zweite Sicherung. Im schlimmsten Fall würde sich die Pensionskassenrente in eine vom Arbeitgeber unmittelbar zu zahlende Rente wandeln. Als drittes Sicherheitsnetz steht der Pensionssicherungsverein bereit. Er sichert den Fall ab, dass der Arbeitgeber die von ihm unmittelbar erteilte Zusage wegen Insolvenz nicht mehr erfüllt.

Die Pläne der Europäischen Kommission, die Anforderungen von Solvency II auf die betriebliche Altersvorsorge anzuwenden, lehnt der VFPK ab. Dieser Schritt würde die betriebliche Altersvorsorge für Arbeitgeber unfinanzierbar machen und wäre ein schwerer Schlag für die kapitalgedeckte Altersvorsorge insgesamt. Darüber hinaus wäre es ein fatales politisches Zeichen in Zeiten, in denen gerade von Arbeitnehmern mehr Eigenverantwortung für die Altersvorsorge gefordert wird.