22.11.2012 - VFPK zur Studie Prof. Dr. Birk: Ungereimtheiten geben verzerrtes Bild wieder – Entgeltumwandlung ist effektiv und stabilisiert die Sozialversicherungen

Der Verband der Firmenpensionskassen VFPK widerspricht den Ergebnissen der Studie von Prof. Dr. Birk zur Rentabilität der betrieblichen Altersversorgung. Die vom Institut für betriebliche Altersversorgung bereitgestellte Erläuterung der Studienergebnisse lässt in ihrer Gegenüberstellung von kapitalgedeckter und umlagefinanzierter Altersversorgung die Zukunftsrisiken der gesetzlichen Sozialversicherung völlig außer Acht, was dann zu falschen Schlüssen führt. Auch der Vergleich zwischen betrieblicher und privater Rentenversicherung erscheint sehr zweifelhaft. Der vorgelegte Zahlenvergleich zwischen privater und betrieblicher Leistung lässt vermuten, dass bei der privaten Rente mit einer im Vergleich zur betrieblichen Altersversorgung deutlich überhöhten Überschussbeteiligung kalkuliert wurde. Dies entbehrt jeder fachlichen und sachlichen Grundlage. Mit der betrieblichen Altersvorsorge und der Entgeltumwandlung ist es gelungen, ein System aufzubauen, welches das Alterseinkommen stabilisiert und den Arbeitnehmern einen gemeinschaftlich organisierten, hochgradig kosteneffektiven Zugang zu einer kapitalgedeckten Eigenvorsorge bereitstellt.

Der VFPK hat sich stets für eine ausgewogene Mischung aus gesetzlicher Rentenversicherung und kapitalgedeckter Eigenvorsorge stark gemacht. Vor dem Hintergrund der steigenden demographischen Herausforderung sind sowohl entlastende Effekte für die Arbeitskosten als auch stabilisierende Elemente aus der Kapitaldeckung notwendig, ohne die die solidarische Grundsicherung über ein Umlageverfahren in der gesetzlichen Rentenversicherung in Frage steht. So erinnert der VFPK an die Rahmendaten der gesetzlichen Rentenversicherung. Deren Vorteile ergeben sich aus der umlagefinanzierten Generationenhaftung und aus dem jährlichen Milliardenzuschuss des Steuerzahlers. „Ich bin schon ein wenig erstaunt, wie schnell die Wissenschaft offenbar vergessen hat, dass künftige Generationen sich das aufgrund der demographischen Entwicklung nicht mehr leisten werden können“ erläutert Peter Hadasch, Vorstandsvorsitzender des VFPK. Die Entgeltumwandlung wurde geschaffen, um diese Zukunftsrisiken der gesetzlichen Rentenversicherung abzufedern.

Die Anregung, die gesetzliche Rentenversicherung durch Sonderbeiträge oder Aufstockungen zu stärken, sieht der Verband skeptisch. Denn unklar ist, welchen Effekt solche zusätzlichen Beiträge in einem umlagefinanzierten System auf die künftigen Renten der Beitragszahler haben kann. Für diese Zusatzbeiträge müsste deshalb eine eigene Zukunftsberechnung erstellt werden, die sowohl Zinsrisiken, biometrische Risiken und den Wegfall staatlicher Zuschüsse berücksichtigt. In einem umlagefinanzierten System müssen zukünftig immer weniger Beitragszahler die Leistung von immer mehr Leistungsempfängern schultern. Zukünftige Anpassungen der Beitrags- oder Leistungsseite der gesetzlichen Rentenversicherung, die sich hieraus zwangsläufig ergeben, wurden in der Studie offensichtlich nicht berücksichtigt. „Was soll denn dabei günstigeres herauskommen als bei betrieblicher Entgeltumwandlung?“ fragt Hadasch.

Ein Vergleich zwischen kapitalgedeckter und umlagefinanzierter Altersversorgung hat neben der Zukunftsfähigkeit im aktuellen Umfeld zwei entscheidende politische Komponenten zu berücksichtigen:

• Die gesetzliche Rentenversicherung wird per politischem Beschluss aus Steuermitteln subventioniert. Ein Preis-Leistungsverhältnis hat somit auch diese zusätzlichen volkswirtschaftlichen Aufwendungen mit zu berücksichtigen.

• Das aktuell schwierige Kapitalmarktumfeld ist nicht zuletzt durch politische Entscheidungen bedingt, insbesondere die aggressive Niedrigzinspolitik der Regierungen, die zulasten von Sparern und Kapitaldeckung geht, um die Finanzierungskosten von Staaten und Finanzinstituten niedrig zu halten.

Der VFPK Vorsitzende kommt zu dem Schluss: „In Anbetracht der Zukunftsrisiken der Sozialversicherung ist es offensichtlich gelungen durch die Entgeltumwandlung ein System aufzubauen, welches die Alterssicherung durch einen zusätzlichen Rentenbaustein stabilisiert. Ziel der Reform war es nicht eine künftige Erhöhung des Rentenniveaus zu erreichen, sondern das Niveau zu erhalten und die Finanzierbarkeit für künftige Generationen sicherzustellen.“

Als völlig verfehlt bezeichnet der VFPK den Vergleich mit der privaten Rentenversicherung. Prof. Dr. Birk kommt zu dem Schluss, diese seien für die Beitragszahler effektiver als die Entgeltumwandlung. Aus der Studie erschließt sich nicht, warum durch private Vorsorge bei gleicher Kapitalanlagenrendite und deutlich erhöhten Kosten (vor allem Provisionszahlungen an Vermittler und Makler) deutlich höhere Bruttoleistungen erzielt werden können im Vergleich zu Anbietern betrieblicher Altersversorgung. Hier wurden offensichtlich die unverbindlichen Angaben zur zukünftigen Überschussbeteiligung völlig unkritisch übernommen. Unter Berücksichtigung der zusätzlichen steuerlichen Effekte sollte der Vergleich deutlich zugunsten der betrieblichen Altersversorgung ausfallen.